Dieses Konzept – „Essbare Stadt“ - setzt die Stadt Andernach seit über 10 Jahren um. Sie gilt als Vorreiter in Deutschland bei der Umsetzung von neuen Wegen in der Grünplanung. Mittlerweile gibt es über 100 Städte und Gemeinden in Deutschland, die sich diesem Konzept angeschlossen haben u. a. Köln, Bonn, Dortmund, Essen, Monheim, Neuss, Leverkusen, Oberhausen und viele mehr. Nach dem Motto: „Pflücken erlaubt“ statt „betreten verboten“ könnte auch Dinslaken sich als „essbare Stadt“ profilieren.
Deshalb hat die UBV hierzu einen Antrag gestellt.
Nicht jeder hat einen eigenen Garten und oft wird dieser nicht zur Selbstversorgung genutzt. Es gibt viele essbare Pflanzen, die sich für eine Bepflanzung auch auf kleinem Raum eignen. So könnte das Stadtgärtnern auf einer öffentlichen Fläche Menschen unter einem gemeinsamen Motto zusammenbringen. Man tauscht sich aus und gärtnert zusammen. Man wird für kommunale Grünflächen sensibilisiert und in die Nutzung und Pflege mit eingebunden. Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen Kulturen oder unterschiedlichen sozialen Milieus können sich dort interaktiv und kommunikativ begegnen. Dies ist nur ein Vorteil einer „essbaren Stadt“. Durch die gemeinsame Arbeit und Pflege der Pflanzen können soziale Strukturen wachsen, die das Zusammenleben bereichern. Es entsteht ein stärkeres Bewusstsein für die Natur, eine erhöhte Lebensqualität und eine verstärkte Identifikation mit unserer Stadt. Auch sind generationsübergreifende Projekte z.B. zwischen Seniorenheimen und Schulen und Kitas denkbar.
Wir können uns auch ein Konzept vorstellen, welches die Stadt Düsseldorf im Rahmen der essbaren Stadt weiterführt: „Hochbeete auf Bestellung – jeder darf ernten“. Hier werden Hochbeete incl. Erde und biozertifiziertem Saatgut auf Antrag zur Verfügung gestellt, wenn diese auf privaten, öffentlich zugänglichen Flächen aufgestellt und bepflanzt werden und die Ernte geteilt wird. Hier sind vor allem Vereine oder Unternehmen angesprochen, aber auch jede private Person. Auch Schulen oder KiTas können diese Hochbeete erhalten und so zur „essbaren Schule oder KiTa“ werden. Die VHS z. B. kann durch entsprechende Kurse über nachhaltiges Gärtnern Hilfe anbieten. Oder es besteht die Möglichkeit, bestimmte Flächen über einen längeren Zeitraum gärtnerisch zu betreuen, evtl. Hand in Hand mit einer Qualifizierung von Langzeiterwerbslosen, wie bei der Modellstadt Andernach.
Es gibt viele Ideen, wie unsere Stadt grüner werden kann, vor allem um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Auch das Konzept der „essbaren Stadt“ kann eine der Maßnahmen gegen den Klimawandel sein. Öffentliche Grünflächen bestehen meist nur aus Rasenflächen, Blumenbeeten und Bäumen ohne essbare Früchte. Dies ist in Dinslaken nicht anders. Aber das kann man ändern.
Stadtgärten zum kostenlosen Selbstbedienen anbieten oder Menschen dazu zu bewegen, sich einem gesamtstädtischen Konzept des „Stadtgärtnerns“ anzuschließen, für welche Variante man sich auch entscheidet, sie muss Menschen jeden Alters und aus allen Bevölkerungsschichten ansprechen und mitnehmen.