von Ingo Kramarek

Klimaschutz wird weltweit großgeschrieben, aber leider nicht überall und leider vielfach auch nicht in Dinslaken. Bereits vor zwei Jahren wurde ein Antrag von BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN“ gegen eine flächendeckende Versiegelung in den privaten Vorgärten gestellt. Dort wurde bereits genau geschildert und gefordert, warum ein Umdenken in der Klimapolitik in Dinslaken ganz wichtig ist. Seitdem hat es sich leider vermehrt so entwickelt, dass sowohl auf privaten wie auch auf städtischen Flächen (z. B. die Kreisverkehre Gärtnerstraße und Bergpark) Flächenversiegelungen oder Versteinerungen stattgefunden haben, die nicht klimaresilient sind. Hier hat die Stadt nach unserer Auffassung eine besondere Verantwortung und muss eine Vorreiterstellung einnehmen.

Leider ist zu den Flächenversiegelungen durch Stein-/Schottergärten neuerdings immer häufiger zu beobachten, dass schattenspendende Hecken und Sträucher entfernt und durch Metallgitter (sog. Gabionen, gefüllt mit Bruchsteinen) ersetzt werden. Steingärten und Steinmauern heizen sich unter Sonneneinstrahlung derart auf, dass sie wie ein Wärmespeicher wirken, der heimischen Insekten und Vögeln keinen Unterschlupf und keine Nahrung mehr bietet. So sollte es in Dinslaken keinesfalls weitergehen.

Wir alle wissen, dass die Luft auf natürlichem Weg gereinigt wird, je mehr Grünflächen in einer Stadt sind. Deshalb muss jetzt gehandelt werden. Wir müssen schnell und auch richtig auf die Klimaveränderungen reagieren und alles in unserer Macht Stehende tun, damit sich Dinslaken zu einer klimaresilienten Stadt entwickelt.

Wir haben die Verwaltung aufgefordert, eine Aufklärungskampagne zu starten, um die Dinslakener Bürger*Innen dazu zu bewegen, umweltbewusster und klimaschonender mit ihrer Umwelt umzugehen. Die Stadt Goch und die Stadt Oberhausen sind da schon einen Schritt voraus. Goch fördert insgesamt fünf Projekte mit je 1000 Euro, um Schottergärten und versiegelte Flächen in insektenfreundliche und naturnahe Gärten umzuwandeln. Die Stadt Oberhauen hat mit ihrer Aktion „Schotter gegen Schotter“ einen Wettbewerb gestartet, bei dem der 1. Platz mit 1000 Euro dotiert ist. In Anbetracht dessen soll die Verwaltung ebenfalls prüfen, ob durch eine Fördermaßnahme/Wettbewerb o. ä. Rückbauten der Schottergärten zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger vorangetrieben werden können.

Auf lange Sicht machen Schottergärten mehr Arbeit, denn Algen, Moose oder Beikräuter siedeln sich zwischen den Steinen an. Dies zu entfernen ist aufwendiger, als einen mit Stauden besetzten Naturgarten zu pflegen. Deshalb versuchen auch viele Städte mit Anreizen ein Umdenken der Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, denn nur durch eine hohe Beteiligung der Bevölkerung kommen wir dem Ziel näher, dass aus Schottergärten wieder naturnahe Gärten werden.

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